Alle Themen entdecken
WISSEN & HINTERGRÜNDE

KI-Steuer & Datenabgabe: Was davon ist schon Gesetz?

Deutschland diskutiert eine KI-Steuer, Frankreich hat eine Abgabe von 0,055 € pro Gigabyte in 1. Lesung angenommen. Was davon gilt, warum ein Umzug sie nicht umgeht und warum Liechtenstein ein Standort ist, keine Flucht. Stand: 31.10.2026.

Status-Check 31.10.2026: KI-Steuer in Deutschland diskutiert, Datenabgabe in Frankreich in 1. Lesung, Liechtenstein mit 12,5 % Ertragssteuer seit 2011

Kurz gesagt

  • In Deutschland ist eine KI-Steuer eine Forderung, kein Gesetz: Es gibt keinen Entwurf und keinen Steuersatz.
  • In Frankreich hat die Assemblée nationale eine Abgabe von 0,055 € pro Gigabyte in 1. Lesung angenommen. Senat und finales Budget stehen aus.
  • Beide Ideen zielen auf Marktaktivität in Deutschland bzw. Frankreich. Ein Umzug umgeht sie nicht, eine Briefkastenfirma schon gar nicht.
  • Wegzugsteuern gibt es in Deutschland schon (§ 6 AStG), Italien plant eine. Wer einen Standortwechsel prüft, plant früh und mit echter Substanz.
  • Liechtenstein ist trotzdem interessant: nicht als Flucht, sondern als planbarer Standort. Mit echtem Arbeitsplatz im Hub in Schaan.

Status-Check 31.10.2026

Was ist Gesetz, was nur gefordert?

Kurz sortiert, mit Quellen. Nichts davon ist heute geltendes Recht.

DEgefordert

KI-Steuer

  • Familienministerin Karin Prien fordert im Stern, KI-getriebene Wertschöpfung zu besteuern: „anders geht es nicht“ (tagesschau.de, 29.10.).
  • Digitalminister Karsten Wildberger, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Kanzler Friedrich Merz äussern sich skeptisch. Wildberger: „Ich will Wachstum durch KI und rede nicht über neue Steuern“ (n-tv.de).
  • Kein Gesetzentwurf, kein Steuersatz, keine Bemessungsgrundlage.

FRin 1. Lesung

Datenabgabe pro GB

  • Amendement I-1358 zum Haushaltsentwurf (PLF) 2027: am 30.10. in 1. Lesung in der Assemblée nationale angenommen (assemblee-nationale.fr).
  • 0,055 € pro Gigabyte, das an französische Nutzer gesendet wird, auch von Anbietern ohne französische Gesellschaft.
  • Gedeckelt bei 15 % des Umsatzes in Frankreich bzw. 2 % des weltweiten Umsatzes.
  • Senat und finales Budget sind offen (senat.fr).

LIunverändert

Liechtenstein

  • 12,5 % Ertragssteuer seit 2011, Mindestertragssteuer CHF 1'800 (llv.li).
  • Keine KI-spezifische Steuer.
  • Nicht auf der EU-Liste nicht kooperativer Steuergebiete (Rat der EU, 9.10.2026).

Stand: 31.10.2026. Wir aktualisieren die Seite, wenn sich der Stand ändert.

Nicht Flucht, sondern Standort

Viele Posts sagen gerade „Time to move“. Der ehrliche Teil fehlt meist: Beide Ideen knüpfen an Marktaktivität an. Die französische Abgabe richtet sich nach den Daten, die an Nutzer in Frankreich gehen, egal wo der Anbieter sitzt. Eine mögliche deutsche KI-Steuer würde, so wie sie diskutiert wird, an Wertschöpfung in Deutschland ansetzen. Ein Umzug umgeht beides nicht.

Eine Briefkastenfirma hilft ebenfalls nicht. Drei Punkte entscheiden, nicht die Adresse auf dem Briefpapier:

  • Wegzugsteuer: Wer mit Firmenanteilen aus Deutschland wegzieht, kann unter § 6 AStG fallen. Mehr dazu: Wegzugsteuer und Wegzug Deutschland → Liechtenstein.
  • Hinzurechnungsbesteuerung: Bestimmte Einkünfte einer niedrig besteuerten Auslandsgesellschaft können in Deutschland beim Gesellschafter besteuert werden (§§ 7 ff. AStG).
  • Ort der Geschäftsleitung: Fallen die wichtigen Entscheidungen in Deutschland, kann die Gesellschaft dort steuerpflichtig sein (§ 10 AO). Was echte Substanz heisst: Substanz in Liechtenstein.

Warum wir trotzdem gern über Liechtenstein reden: Hier ist das Umfeld planbar. Wer ein Unternehmen aufbaut, plant in Jahren, nicht in Schlagzeilen-Zyklen.

Wegzugsteuern in Europa

Neben KI-Steuer und Datenabgabe lohnt ein Blick auf eine ältere Regel, die beim Umziehen oft unterschätzt wird: die Wegzugsteuer. Sie besteuert Wertzuwachs, der im alten Land entstanden ist, auch wenn nichts verkauft wurde.

LandStand 31.10.2026Quelle
DeutschlandGeltendes Recht. Wer in den letzten 12 Jahren mindestens 7 Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig war und mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft hält, versteuert beim Wegzug den Wertzuwachs der Anteile, als hätte er sie verkauft. Auf Antrag ist Ratenzahlung über sieben Jahre möglich.§ 6 AStG
ItalienGeplant, nicht Gesetz. Der Haushaltsentwurf 2027 der Regierung sieht vor: 26 % auf nicht realisierte Gewinne aus Aktien, Beteiligungen und anderen Finanzinstrumenten, wenn das Finanzvermögen mindestens 800'000 € beträgt (ohne Bankguthaben) und die Person in mindestens 6 der letzten 10 Jahre in Italien steuerlich ansässig war. Das Parlament berät den Entwurf noch.Il Sole 24 Ore, 31.10.2026, la Repubblica, 30.10.2026

Die Logik dahinter: Wegzugsteuern treffen vor allem die, die spät gehen. Je länger Anteile im alten Land wachsen, desto grösser der Betrag, der beim Wegzug fällig werden kann. Wer einen Standort in Liechtenstein ernsthaft prüft, plant deshalb früh, lässt sich steuerlich beraten und baut echte Substanz auf: eine eingetragene Firma mit Sitz und Arbeitsplätzen vor Ort, zum Beispiel im Hub in Schaan, statt einer Briefkastenadresse. Mehr dazu: Wegzugsteuer, der Status-Check Italien und alle Länder in den Steuer-News Europa.

Liechtenstein in Zahlen

PunktStandQuelle
Ertragssteuer juristische Personen12,5 %, seit 2011 (Steuergesetz in Kraft seit 1.1.2011)llv.li, gesetze.li SteG
MindestertragssteuerCHF 1'800 pro Jahrllv.li
EWRMitglied seit 1995gesetze.li
WährungSchweizer Franken (CHF)–
Blockchain-Gesetz (TVTG)in Kraft seit 2020gesetze.li
GmbHab CHF 10'000 StammkapitalMerkblatt GmbH, llv.li
EU-Liste nicht kooperativer SteuergebieteLiechtenstein steht nicht darauf (Update 9.10.2026)Rat der EU
KI-spezifische Steuerkeine–

Das ist kein Hack. Es ist ziemlich langweilig planbar, und genau das ist der Punkt. Wie eine Gründung abläuft: GmbH gründen in Liechtenstein.

digihub · In der Specki 3, Schaan

Substanz heisst: ein echter Platz zum Arbeiten

Wer Liechtenstein ernsthaft prüft, braucht mehr als eine Adresse: ein Büro, Leute vor Ort, Entscheidungen, die hier fallen. Im digihub in Schaan bekommst du echte Arbeitsplätze statt Briefkasten: Coworking mit Flex Desk ab CHF 169, Full Desk ab CHF 299 oder Private Office ab CHF 549 pro Monat, dazu Meetingraum und Community. Eine Firmenadresse ist nach Vereinbarung möglich (Firmensitz & Geschäftsadresse).

Komm auf einen Kaffee vorbei. Dann schauen wir gemeinsam, ob Liechtenstein für dich überhaupt Sinn ergibt.

Keine Steuer-/Rechtsberatung. Orientierung auf Basis öffentlicher Quellen, Stand: 31.10.2026. Gesetzgebung in Deutschland und Frankreich kann sich schnell ändern. Für deinen Fall bitte mit Steuerberater:in oder Anwält:in klären.

Inhalt von digihub.li · Stand 31. Oktober 2026.

HÄUFIGE FRAGEN

Fragen und Antworten.

Gibt es in Deutschland schon eine KI-Steuer?

Nein. Stand 31.10.2026 fordert Familienministerin Karin Prien, KI-getriebene Wertschöpfung zu besteuern. Digitalminister Wildberger, Wirtschaftsministerin Reiche und Kanzler Merz äussern sich skeptisch. Es gibt keinen Gesetzentwurf, keinen Steuersatz und keine Bemessungsgrundlage.

Ist die französische Abgabe von 0,055 € pro Gigabyte schon Gesetz?

Nein. Die Assemblée nationale hat das Amendement I-1358 zum Haushaltsentwurf 2027 am 30.10.2026 in 1. Lesung angenommen. Der Senat und das finale Budget stehen aus. Gedeckelt wäre die Abgabe bei 15 % des Umsatzes in Frankreich bzw. 2 % des weltweiten Umsatzes.

Umgehe ich die Abgaben, wenn meine Firma nach Liechtenstein zieht?

Nein. Beide Ideen zielen auf Marktaktivität in Deutschland bzw. Frankreich. Die französische Abgabe soll laut Amendement auch Anbieter ohne französische Gesellschaft erfassen. Ein Umzug ist deshalb kein Weg, sie zu vermeiden.

Reicht eine Adresse in Liechtenstein?

Nein. Eine Briefkastenfirma hilft nicht. Wegzugsteuer (§ 6 AStG), Hinzurechnungsbesteuerung und der Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung entscheiden. Wer Liechtenstein ernsthaft prüft, braucht echte Substanz: Büro, Leute vor Ort und Entscheidungen, die hier fallen. Mehr dazu: Substanz in Liechtenstein.

Plant Italien eine Wegzugsteuer?

Ja, als Vorschlag. Der Haushaltsentwurf 2027 der italienischen Regierung sieht 26 % auf nicht realisierte Gewinne aus Finanzinstrumenten vor, ab 800'000 € Finanzvermögen und bei Ansässigkeit in mindestens 6 der letzten 10 Jahre. Das Parlament berät den Entwurf noch, Gesetz ist es nicht. Deutschland kennt eine Wegzugsteuer auf Firmenanteile bereits (§ 6 AStG).

Wie kann ich den digihub in Schaan kennenlernen?

Komm auf einen Kaffee in die Specki 3 in Schaan oder teste den Hub mit einem Day Pass. Schreib uns über das Kontaktformular, dann vereinbaren wir einen Termin.

English